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Die neue Stätte der Kultur und des Lernens ist der Ausgangspunkt für Entdeckungen vor Ort. Sie wurde mit Hilfe eines Wissenschaftsrats unter dem Vorsitz von Michel Hérold (Leiter frz. Komitee Corpus vitrearum, Centre André Chastel) konzipiert und ist das Herz eines wissenschaftlichen, kulturellen und touristischen Großprojekts, das im Sommer 2013 startet.

Die Cité du vitrail befindet sich im Kern von Troyes, dem historischen Hauptort der Champagne, im wundervollen Ensemble des Hôtel-Dieu-le-Comte aus dem 18. Jh., wo sie wachsen und gedeihen soll. Zudem liegt sie an einer natürlichen Route zwischen der Kathedrale und der Basilika Saint-Urbain mit prächtigen Kirchenfenstern. Die ehemalige "Scheune", in der Cité du vitrail untergebracht ist, wurde 2013 vom Conseil général de l'Aube vollständig restauriert. Damit rundet sie die Neugestaltung des von Touristen sehr geschätzten Stadtviertels am Canal de la Haute-Seine ab.

Dauerausstellung in der "Scheune" aus dem 18. Jahrhundert

Zehn Jahrhunderte Glasmalerei auf Augenhöhe

Das älteste Glasgemälde der Aube
Das älteste Glasgemälde der Aube: Weihrauch streuender Engel und zwei Apostel, um 1170-1180. Kirchenschatz der Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul, Troyes (Aube). © Pascal JacquinotDas älteste Glasgemälde der Aube: Weihrauch streuender Engel und zwei Apostel, um 1170-1180. Kirchenschatz der Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul, Troyes (Aube). © Pascal Jacquinot

Während sich so manche Kirchenfenster den Blicken entziehen, ist hier alles auf Augenhöhe. Zum ersten Mal schaut man die stilistischen Veränderungen vom Mittelalter bis heute aus nächster Nähe. Auf 150 m2 werden 25 Fenster vom 12. bis 19. Jh. vorgeführt., darunter so monumentale Stücke wie der "Jessebaum" aus Laines-aux-Bois (Aube), eine Glasmalerei von 3,50 x 2 m, welche beispielhaft für die üppige örtliche Kunstproduktion im "Schönen 16. Jahrhundert" ist. Diese Originale werden regelmäßig durch andere Leihgaben von vielfältigen Besitzern abgelôst, wie Staat, Stadt Troyes, andere Gemeinden, Société académique de l’Aube, Privatleute usw. Einen großen Platz nimmt die religiöse Glasmalerei aus der Aube en Champagne neben Werken aus anderen Departements und Regionen ein. Neben ihr behauptet auch die profane Glasmalerei ihre Stellung.
Die nüchterne, dezente Szenerie lässt die Werke, das Licht und die Farben voll zur Geltung kommen. Es geht vor allem darum, das Gefühl für Schönheit anzusprechen, aber auch Neugier zu wecken und das Wissen von der noch recht unbekannten Glasmalkunst zu erweitern. Neben Archivdokumenten erleichtern technische Neuerungen (interaktive Terminals, Filme usw.) den Zugang zum Wissen.

Das ganze Departement macht mobil für sein Kulturerbe

Mit der Einführung der Cité du vitrail setzt der Conseil général de l'Aube die kulturelle und touristische Dynamik, die 2009 und 2011 mit Ausstellungen über die Bildhauerkunst der Champagne "Le Beau XVe" (71 000 Besucher) und den Templerorden "Templiers. Une histoire, notre trésor" (58 000 Besucher) begann, fort. Wie diese beiden Ausstellungen stützt sich auch die Inwertsetzung der Glasmalerei auf eine solide wissenschaftliche Basis - die Voraussetzung dafür, dass die Einwohner sich ihr Kulturerbe aneignen und unser Einsatz dafür glaubhaft und nachhaltig wirkt, auch außerhalb des Departements", sagt Philippe Adnot, Präsident des Conseil général de l'Aube. "Und das klappt! Gemeinden, Vereine, Akteure des Tourismus und andere Partner machen mobil, um attraktive Veranstaltungen von hoher Qualität anzubieten. Eine Hundertschaft ehrenamtlicher Helfer wird derzeit in der Glasmalerei geschult, damit sie ihr Hobby ab Sommer 2013 den Kirchenbesuchern nahebringen können".

Aube en Champagne, die europäische Hochburg der Glasmalerei

Jessebaum, moderne Kreation
Jessebaum, moderne Kreation (2011). Kirche Saint-Ferréol, Villeret (Aube). © Flavie Vincent-PetitJessebaum, moderne Kreation (2011). Kirche Saint-Ferréol, Villeret (Aube). © Flavie Vincent-Petit

Angefangen von der Kathedrale von Troyes bis hin zu den bescheidenen Dorfkirchen vereinigt das Departement Aube en Champagne eine in Europa einzigartige Sammlung von Glasgemälden. Kein anderer Landstrich bietet gleichzeitig eine derartige Fülle, Qualität und Dichte.
Die Fenster auf 9 000 m2 in ca. 200 Kirchen bieten ein komplettes Panorama der Glasmalkunst vom 12. bis 21. Jahrhundert – mit einer außergewöhnlichen Vorführung des "Schönen 16. Jh.s" (1042 denkmal-geschützte Kirchenfenster). Ob sakral oder profan: die lichterfüllten Glas-Chroniken in bunten Farben und subtilen Harmonien sind das Ergebnis einer langen Geschichte und einer Kunstfertigkeit, die sich fortpflanzen. Unter anderem. wird die Glasmalkunst von den beiden renommierten Betrieben Manufacture de Flavie Serrière Vincent-Petit am Leben erhalten.